HKR Kitzbühel

Eine Gondel für den Local Hero

Eine Gondel für den Local Hero
04.07.2026

52 Jahre hat es gedauert, bis wieder ein Athlet aus dem Bezirk Kitzbühel ein Hahnenkamm-Rennen gewinnen konnte. Für seinen Triumph auf dem Ganslernhang erhielt der Fieberbrunner Manuel Feller am Samstag seine persönliche Hahnenkamm-Gondel.

Das sieht Kitzbühel nicht alle Tage: „Ihr habt es geschafft“, sagte Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs, beim Blick in die Menge: „Fieberbrunn übernimmt heute den Hahnenkamm.“ 160 Tage sind seit dem Triumph von einem der größten Söhne Fieberbrunns auf dem Ganslernhang vergangen, am Samstag durfte Manuel Feller endlich seine Hahnenkamm-Gondel in Empfang nehmen: „Es war ein Kindheitstraum, an dem ich lange gearbeitet habe, um ihn hinzubekommen.“ 

400 Fans, Freunde und Familienmitglieder erwiesen dem Techniker am Samstagnachmittag die Ehre. „Der bisherige Besucherrekord stammt von der Gondelübergabe an Marco Odermatt mit 220 Gästen“, erinnerte sich Michael Huber. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass ein Athlet aus dem Bezirk Kitzbühel auch ein Rennen in Kitzbühel gewinnt. Der letzte vor Manuel Feller war Hansi Hinterseer im Jahr 1974.

Für Bürgermeister Klaus Winkler ist aber auch der Fieberbrunner „ein Local Hero in Kitzbühel“. Wie viel dem 33-Jährigen dieser Heimsieg bedeutet, war bald darauf auch der Sieger-Gams anzusehen. Sie überstand die Feier im Jänner nicht unbeschadet und musste „orthopädisch versorgt“ werden. Deshalb erhielt Manuel Feller sie am Samstag noch einmal. „Aber aufpassen – sie bleibt weiter empfindlich“, meinte Winkler augenzwinkernd.

Bis 2026 war der Ganslernhang alles andere als Manuel Fellers Lieblingshang. Er erinnerte sich an einen Ausrutscher bei der Einfahrt in den Steilhang während eines Bezirkscups als Jugendlicher: „Ernst Hinterseer hat mir damals wieder in den Ski geholfen. Danke dafür, sonst würde ich wahrscheinlich heute noch dort oben liegen“, sagte Feller in Richtung des 94-jährigen Olympiasiegers von 1960, der sich die Gondelübergabe ebenfalls nicht entgehen ließ.

Auch Rennleiter Mario Mittermayer-Weinhandl erinnerte sich gerne an den jungen Feller: „Manu, ich kenne dich seit dem Nachwuchs. Du hast nie zurückgezogen. Egal, ob es nicht so gut gelaufen ist, dein Körper gezwickt hat oder es sonstige Nebengeräusche gegeben hat. Deshalb hast du nicht nur diese Gondel verdient, sondern auch großen Respekt.“

Mitgefreut haben sich nicht nur Manuel Fellers Oma und sein Vater, sondern auch seine Frau Selina sowie die Kinder Lio und Laila. Sichtlich gerührt zeigte sich Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn Kitzbühel: „Das ist die schönste und emotionalste Gondelübergabe der letzten Jahre. Dein Sieg war ein Geschenk für uns alle.“ Mike Mayr-Reisch von Kitzbühel Tourismus bedankte sich bei Feller „für diese Botschaft, die du für unsere Region aussendest. Du bist eine Inspiration für die Jungen.“

Für den Mann des Tages bedeute der Tag auch deshalb so viel, weil er damit seinen Fans etwas zurückgeben kann: „Es ist so schön, dass ich den Sieg am Ganslern heute mit so vielen lieben Menschen, meinen Freunden und der Familie teilen kann. Denn dafür bleibt während der Saison viel zu wenig Zeit. Erfolge sind auch nur dann so richtig schön, wenn ich sie mit jemandem teilen kann.“ Und geteilt wurde beim Starthaus auf dem Hahnenkamm so richtig. Selbst ein DJ rückte an: „Den braucht mein Fanclub.“ 

Sportlich hat der Slalomstar noch einige Ziele. „Ich möchte schmerzfrei Ski fahren und Spaß am Skisport haben. Bei der WM 2027 ist Edelmetall natürlich immer ein Ziel. Und nachdem ich Adelboden, Wengen und Kitzbühel gewonnen habe, fehlt eigentlich nur noch Schladming. Die ,Big Four‘ wären schon eine coole Geschichte.“

Tickets für die Hahnenkamm-Rennen 2027 sind ab sofort im Webshop erhältlich. 

Foto © K.S.C./alpinguin

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